Spracherhebungen im Hunsrück
Die von Dr. Simone Busley im Sommer 2024 begonnene Serie von Interviews mit dialektkompetenten Hunsrückerinnen und Hunsrückern widmet sich der Frage, wie das Hunsrücker Platt für seine Sprecherinnen und Sprecher konstituiert ist. Da Dialekte identitätsstiftend sind, sie damit die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Region und zugleich die Abgrenzung zu anderen Regionen stärken, bietet dieser Zugang Aufschluss über die Beziehung der im Hunsrück Lebenden zu ihrer Heimat.
Zu dieser Beziehung zur Heimat gehören auch spezifische Ortskenntnisse sowie eine namengeografische Raumwahrnehmung. Diese wird in den Interviews begleitend von Dr. Daniel Kroiß abgefragt. Hierbei geht es u. a. darum, ob die Namen wichtiger historischer Bezugspunkte in der Ortsgemarkung wie Acker- und Weideflächen, Gewässer, Wege und ehemalige Mühlen von den Befragten noch gekannt und aktiv genutzt werden. Daneben werden die Ortsnamen der Region systematisch in ihren dialektalen Formen und Varianten erfasst.
Insgesamt fanden 18 Erhebungen im Hunsrück statt. Die Erhebungsrunde ist damit vorläufig abgeschlossen. Die Untersuchungen werden aktuell ausgewertet und es werden Publikationen vorbereitet, in denen die Ergebnisse präsentiert werden.
