Start der IGL-Vortragsreihe 2026: Arbeitstiere in der Geschichte

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Vortragsreihe 2026: Von Ochsen, Pferden und Hunden – Arbeitstiere in der Geschichte

Am 14. April startet die nächste Vortragsreihe des Instituts unter dem Thema „Von Ochsen, Pferden und Hunden – Arbeitstiere in der Geschichte“. Die Vortragsreihe wird parallel auf unserem YouTube-Kanal gestreamt.

Diese Vortragsreihe widmet sich den vielfältigen und oft unterschätzten Kooperationen zwischen Menschen und Tieren in Arbeitskontexten.

Von der Feldarbeit über den Antrieb von Mühlen, dem Schutz von Tier und Mensch bis hin bis zum Gütertransport – Ochsen, Pferde oder Hunde wurden schon seit mehreren Jahrtausenden als lebende Ressourcen in wirtschaftliche Prozesse des Menschen eingebunden. Aus diesen Arbeitsbeziehungen gingen nicht nur ökonomische, sondern auch soziale Strukturen und Arbeitskulturen hervor. Ein Arbeiten mit Tieren bedeutete und bedeutet bis heute eben nicht nur die Nutzung ihrer Kraft, sondern auch eine Beziehung zu einem Lebewesen. Erst mit dem Aufkommen der Verbrennungsmotoren ändert sich dieses Verhältnis signifikant, da Maschinen einen Großteil der Aufgaben übernehmen.

Die Vortragsreihe zielt damit vornehmlich auf die aktiven Rollen von Tieren und die Mensch-Tier Beziehungen in gemeinsamen Arbeitsprozessen.

In unserer Sprache ist diese enge Beziehung zwischen Mensch und Arbeitstier bis zum heutigen Tag repräsentiert.
Begriffe wie „Pferdestärke“ oder „Arbeitstier“ aber auch Sprichwörter wie „die Last auf den Schultern tragen“ oder „wie ein Ochse ziehen“, zeigen, wie sehr die Arbeitstiere einst das tägliche Leben der Menschen prägten – und wie nachhaltig ihr Einfluss bis in die Gegenwart reicht.

Zeitlich spannt die Reihe einen weiten Bogen – von der Antike bis in die Gegenwart. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Wandel der Mensch-Tier-(Arbeits-)Beziehungen über die Jahrhunderte hinweg. Während technologische Umbrüche – etwa die Erfindung der Eisenbahn oder die Mechanisierung der Landwirtschaft – häufig als Ende der Tierarbeit gedeutet werden, wollen die Beiträge der Reihe zeigen, dass solche Phasen vielmehr zu einer Transformation führten: Die Aufgaben der Tiere veränderten sich, ihre Bedeutung aber blieb bestehen oder gewann sogar an neuer Relevanz.

In den einzelnen Vorträgen wird zunächst die Nutzung von Arbeitstieren in der Antike untersucht: Anhand von archäologischen Befunden, literarischer Quellen und ikonografischer Darstellungen wird gefragt, welche Rolle Tiere in Landwirtschaft, Handel oder im Militär spielten. Im Anschluss richtet sich der Blick auf das Mittelalter und die Frühe Neuzeit, Epochen, in denen sich vielfältige Arbeitstierkulturen herausbildeten. In diesen Zeiten gewannen Tiere nicht nur als Arbeitskräfte, sondern auch in rechtlicher, sozialer und symbolischer Hinsicht an Bedeutung. Zuletzt richten wir unseren Blick auf Redewendungen, Metaphern und Begriffe, die bis heute im Alltag Verwendung finden. Diese sprachlichen Besonderheiten spiegeln die enge Beziehung zwischen Mensch und Tier im Arbeitsalltag wider.

Vorträge

Dienstag, 14.04.26, 18 Uhr 

Arbeitende Tiere vom 18 bis ins 20. Jahrhundert: Equiden, Rinder und Hunde als Akteure der Modernisierung in der Stadt und auf dem Land

Dr. Peter Moser (Leiter des Archivs für Agrargeschichte in Bern)

Ort: Landesmuseum Mainz


Dienstag, 21.04.26, 18 Uhr 

Wie Sprache Mensch und Tier trennt: Eine diachrone Betrachtung

Prof. Dr. Damaris Nübling (JGU Mainz)

Ort: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz


Donnerstag, 07.05.26, 17 Uhr 

Joch für Joch. Rinder als Nutztiere im Mittelalter

Dr. Claus Kropp (Leiter des Experimental-archäologischen Freilichtlabors Lauresham)

Ort: Pfalzmuseum für Naturkunde Bad Dürkheim


Dienstag, 12.05.26, 18 Uhr 

Von Wolf zu Schaf: Wild- und Nutztiere in Familiennamen

Dr. Rita Heuser (Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz)

Ort: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz


Mittwoch, 03.06.26, 18 Uhr 

Tiere in Krieg und Militär: Opfer, Helfer, Täter

Dr. Gerhard Kümmel (Wiss. Direktor am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam)

Ort: Johannes Gutenberg-Universität/ Alte Mensa (Atrium maximum)


Termine

Dienstag, 14.04.2026

Dienstag, 21.04.2026

Donnerstag, 07.05.2026

Dienstag, 12.05.2026

Mittwoch, 03.06.2026

Die Vorträge werden zusätzlich auf dem Youtube-Kanal des IGL gestreamt

Der Eintritt ist frei.


In Kooperation mit

Landesmuseum Mainz

Akademie der Wissenschaften und der Literatur I Mainz

Pfalzmuseum für Naturkunde Bad Dürkheim